Projekt "Klosterlandschaft St. Michael" - eine Momentaufnahme.

Dokumentation des Forschungsprojektes "Klosterlandschaft St. Michael"

12. Februar 2014: Die Arbeitsgruppe (AG) "Klosterlandschaft" nahm die Einladung zur Auftaktveranstaltung des Stadtplanungsamtes "Vorbereitende Untersuchungen St. Getreustraße" als willkommene Programmbereicherung auf.

Mitglieder der Arbeitsgruppe trafen sich bereits im Vorfeld mit Dipl. Ing. Felix Lüdicke - TU München (Lehrstuhl für Landschaftsarchitekur und öffentlichen Raum - Prof. Regine Keller). Lüdicke hat wesentlich am Projekt "Klosterlandschaft" der TUM und Uni Bamberg (Prof. Dr. Achim Hubel, Prof. Dr. Mark Häberlein) mitgewirkt und Ergebnisse des Teilprojektes "Klosterlandschaft - Gegenwart und Zukunft" in der gleichnamigen 180-seitigen Broschüre beschrieben und illustriert dargestellt.

Das Treffen mit Lüdicke sollte deutlich machen, dass das vom Förderverein maßgeblich mit 25 000 € gesponserte Forschungsprojekt nicht in der Schublade verschwindet, sondern von der AG unter Einbeziehung weiterer relevanter Gruppen (z.B. Vereinen wie "Schutzgemeinschaft Alt Bamberg", "Bewahrt die Bergstadt", "Bund Naturschutz") so weit wie möglich umgesetzt werden soll. Die anstehende 1000-Jahrfeier Kloster St. Michael im Jahre 2015 wäre ein Datum, um erneute Umsetzung von Zielen aus dem Gutachten auszulösen, nachdem dies im Rahmen der Landesgartenschau 2012 nur in geringem Umfang ( Landschaftssockel Ottobrunnen) geschehen ist. Diese erneuten Ansätze müssen natürlich auch den Bürgern z.B. durch Führungen in der Klosterlandschaft vermittelt werden, wie dies beispielhaft beim letztjährigen Weinfest auf dem Michelsberg geschah.

Das eigentliche Projekt "Sanierungsgebiet St. Getreustraße", wie es bei der anschließenden Abendveranstaltung vom Stadplanungsamt und dem Planungsbüro "transform" dargestellt wurde, klammert wesentliche Teile der historische Kulturlandschaft (Klosterlandschaft) aus. Die nördliche Grenze des Sanierungsgebietes verläuft gerade einmal entlang der Ottobrunnenstraße bis zur westlich gelegenen Fußweg-Verbindung, die vom "Bamberger Weg" direkt bis zur hinteren Zufahrt der Klinik St. Getreu (obere Schranke) verläuft. Hier gab es Anregungen aus dem Publikum, das Sanierungsgebiet in Richtung Landschaft zu vergrößern. Unsere Arbeitsgruppe muss hierzu mit "transform" noch einmal Kontakt aufnehmen. Die sonstige Diskussion zum Vortrag Lüdicke an diesem Abend war hinsichtlich eines möglichen Konsens ermutigend, nachdem auch Prof. Hubel in seinem Diskussionsbeitrag eine positive Meinung, ja sogar Aufforderung zur Umsetzung wesentlicher Planungsinhalte (Wege, Eingänge, Strukturen, Orte) erkennen ließ.

Klaus Eminger - Sprecher AG "Klosterlandschaft"

Felix Lüdicke - Quintessenz der bisherigen Forschungsarbeit:
Anhand einer aus dem jahre 1790 stammenden farbigen und sehr detaillierten Landschaftskarte sind zahlreiche noch heute bestehende Strukturen wie Wegeführung, Hecken, Weinbergsrelikte ablesbar. Das vorgestellte Landschaftskonzept hinterfragt die heutige Nutzbarkeit – im Gebiet trifft man auf zahlreiche Sackgassen – und bemängelt das Fehlen von potenziellen Rast- und Zielorten. Konkret seien z. B. kaum Ruhebänke zu finden. Es wird vorgeschlagen, historische Wege und vorhandene Eingänge in die Landschaft zu ergänzen und aufzuwerten und prägende Strukturen zu stärken und weiter zu entwickeln. Damit sollen die vorhandenen Qualitäten und die Einzigartigkeit dieser Kulturlandschaft in Europa stärker betont werden.

Aus "Rathaus Journal" Nr. 05/2014 - Amtsblatt der Stadt Bamberg, Seite 8, "Vortrag zur Kulturlandschaft St. Michael".

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